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Gedenkbriefe durch die Luft

27. Januar -01. März 2026 – Dokumentationszentrum Grafeneck

Vom 27. Januar bis 01. März 2026 ist im Dokumentationszentrum eine Installation des Künstlers Jochen Meyder ausgestellt.

Sie setzt sich zusammen aus Briefen der Kunstaktion „Abgestempelt“, die im vergangenen Jahr im Tübingen Landratsamt im Rahmen der Kunstausstellung „Grafeneck 1940“ durchgeführt wurde und einer Regalkonstruktion, in der in Ordnern die einzelnen Deportationstage visualisiert werden.

In der Kunstaktion „Abgestempelt“ stempelten Schulklassen und Einzelpersonen die Opferzahl mit einem selbstzählenden Stempel auf Papier. Die Gedenkblätter erhielten so eine Zahl und ein schlichtes Kreuz.

eine Hand hält einen Stempel, auf einem Blatt ein Stempel mit einem roten Kreuz

Im Dezember 2025 bildete die Aktion „Gedenkbriefe durch die Luft“ den Abschluss des Stempelprojekts. 10.654 Gedenkblätter wurden mit der Falzmaschine gefaltet und flatterten von der Empore des Landratsamt Tübingen in die Glashalle.

Die Gedenkbriefe erinnern an die Bürokratie, mit der in Grafeneck versucht wurde, das Verbrechen zu vertuschen. In dreifacher Ausfertigung wurden Sterbeurkunden mit gefälschten Sterbedaten und Todesursachen zusammen mit einer Sterbemitteilung an die Angehörigen der Opfer geschickt. 4 x mehr Briefe als bei der Kunstaktion gestempelt und gefalzt wurden.

Jochen Meyder wurde 1940 in Leutkirch im Allgäu geboren. Sein Kunstprojekt „10.654“, in dem er für jeden ermordeten Menschen eine individuell Tonfigur formte, hat viele Menschen und Orte mit Grafeneck verbunden. Die Auseinandersetzung mit dem Verbrechen aber auch die Gestaltung des Ortes heute als offener und inklusiver Ort spiegeln sich in Jochen Meyders Schaffen wieder. Er lebt und arbeitet in Dottingen bei Münsingen auf der Schwäbischen Alb. 

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